US-Armee rollt wieder durch die neuen Bundesländer

  • Es ist einfach unfassbar, wo wir nach fast dreißig Jahren Wiedervereinigung hingekommen sind. Da gibt es Menschen, die nichts besseres zu tun haben, mit Truppenverlegungen hier in Mitteleuropa am Weltfrieden zu zündeln. Denen ist das Schicksal unseres schönen blauen Planeten völlig Wurscht. Ich kann mich nur maßlos über die ganze Sch…. aufregen. Und Bernd, da bin ich mit Dir.

  • Die LINKE NUTHETAL hat mich gebeten,

    ein öffentliches Friedensforum am 14.10.2019 um 19:00 Uhr in Bergholz-Rehbrücke durchzuführen.

    (Einzelheiten siehe Anhang.)


    Ich werde dieser Bitte gern nachkommen und würde mich freuen, wenn auch viele Mitglieder von AUFSTEHEN aus der näheren Umgebung teilnehmen.

    Seht und hört Euch einen interessanten Powerpoint Vortrag an und lasst uns gemeinsam beraten, was wir gegen die Kriegstreiber tun können.


    Ich bin gern bereit weitere Friedensforen in anderen Städten und Gemeinden Brandenburgs durchzuführen.

  • Themen für landesweite Aktionen flattern uns nur so vor die Füße!!!


    https://www.wsws.org/de/articles/2019/10/07/defe-o07.htmlhttp://www.frikoberlin.de/tmp/karte_bahnprotest.pdf
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8065/ (der unten folgende Text mit anhängenden Links):


    Testmobilmachung gen Osten (I)

    07.10.2019

    WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) - Im Frühjahr 2020 wird der NATO-Machtblock mit einer Testmobilmachung gen Osten den Ernstfall proben. Dies geht aus einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums hervor. Demnach werden die USA und ihre Verbündeten in Europa mit dem Manöver "Defender 2020" die militärische Infrastruktur, Kommandostrukturen und Nachschubrouten prüfen, die sie im Laufe der vergangenen Jahre in Osteuropa aufgebaut haben. Wie in einem etwaigen heißen Krieg mit Russland werden in der Übung US-Truppen über den Atlantik nach Europa transportiert, um weiter in Richtung auf die russische Grenze vorzudringen. Die Bundesregierung leistet zu der Maßnahme, die Europa weiter militarisiert und die Spannungen noch stärker anheizt, tatkräftige Beihilfe, indem sie Deutschland gezielt als Dreh- und Angelpunkt der Kriegslogistik positioniert. Auf die strategische Rolle als Logistik- und Kommandozentrale im Hinterland sucht die Bundesrepublik einen weiteren internationalen Machtzuwachs zu stützen. Für die USA wird "Defender 2020" die größte Militärübung in Europa seit 25 Jahren.

    "Defender 2020"

    Bis zu 20.000 US-Soldaten plus Panzer und weiteres Gerät werden ab Anfang 2020 zunächst über den Atlantik und dann durch Deutschland nach Polen und in die Baltischen Staaten verlegt werden. Neben den USA werden sich 16 weitere NATO-Mitglieder an dem Manöver beteiligen, darunter auch die Bundesrepublik. In einem Krieg des NATO-Machtblocks gegen Russland würde Deutschland laut Konzeption der Bundeswehr als "Basis für Operationen, rückwärtiges Einsatzgebiet und Drehscheibe der Unterstützung" dienen.[1] "Defender 2020" bietet Berlin die Gelegenheit, diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen.

    Mit deutscher Beteiligung

    Für die USA beginnt die Übung schon im Januar. Für die Bundesrepublik startet sie voraussichtlich erst ab April in vollem Umfang. Einschränkungen im zivilen Bahnverkehr sind zu erwarten. Für zwei Monate wird die Bundeswehr die US-amerikanischen Truppen bei ihrem Marsch durch Deutschland unterstützen. Genutzt werden dabei drei sogenannte Convoy-Support-Zentren in Garlstedt (Niedersachsen), Burg (Sachsen-Anhalt) und auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz (Sachsen). Zusätzlich soll der Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide eigens für die Übung zu einer Großtankstelle umfunktioniert werden. Auch das im Aufbau befindliche neue militärische Hauptquartier zur Organisation schneller Truppenverlegungen (Joint Support and Enabling Command, JSEC) in Ulm wird seine Rolle als zentrale Schaltstelle der Mobilmachung gegen Russland proben.[2] Zudem ist davon auszugehen, dass das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (EUCOM) in Stuttgart-Vaihingen beteiligt sein wird. In Grafenwöhr (Bayern) sollen im Rahmen des Manövers Gefechtsstandsübungen stattfinden. Dabei macht die Aufgabenbeschreibung der Bundeswehr für "Defender 2020" deutlich, dass sich die deutsche Beteiligung keineswegs auf logistische Unterstützung und Koordination beschränkt: "Kampf, Kampfunterstützung und Führung - in Deutschland, Polen und Litauen" zählen demnach zu den Aufgabenschwerpunkten.[3]

    Nachschubwege konsolidieren

    "Defender 2020" ist das seit geraumer Zeit größte, aber keinesfalls das erste Manöver, in dem die Bundeswehr die US-Streitkräfte bei ihrem Aufmarsch an die russische Grenze unterstützt. Tatsächlich sind derartige Truppenverlegungen längst zur Routine geworden. Im Rahmen ihrer Operation Atlantic Resolve (OAR) halten die US-Streitkräfte kontinuierlich Übungen aller Art in den Ländern Ost- und Südosteuropas vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer ab. Die dabei eingesetzten US-Truppen rotieren alle neun Monate. Das regelmäßige, lückenlose Auswechseln der Einheiten bei OAR wird im NATO-Block als Maßnahme zur Vermeidung einer dauerhaften militärischen Präsenz westlicher Truppen an der russischen Grenze dargestellt; das Kriegsbündnis gibt an, damit der NATO-Russland-Grundakte Rechnung zu tragen. In der Realität haben zahlreiche NATO-Staaten, unter ihnen die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik, mit OAR, aber auch darüber hinaus - im Rahmen der enhanced Forward Presence (eFP) der NATO - längst eine kontinuierliche Präsenz kampfbereiter Truppen in Polen, den baltischen Ländern und Teilen Südosteuropas aufgebaut.[4] Jede Rotation bietet den USA und ihren europäischen Verbündeten Gelegenheit, die Nachschubwege aus Nordamerika und Europa in Richtung Russland weiter zu konsolidieren. Nicht alle dieser Nachschubrouten führen durch Deutschland, aber einige. Die nächste Rotation von US-Truppen durch Deutschland findet diesen Monat statt. german-foreign-policy.com berichtet in Kürze.

    Aufmarsch gegen Russland

    "Defender 2020" und die OAR belegen, dass die USA sich ungeachtet ihrer zunehmenden Fokussierung auf den Machtkampf gegen China unvermindert gegen Russland in Stellung bringen. Noch die Obama-Administration hatte 2014 die sogenannte European Reassurance Initiative (ERI) ins Leben gerufen. Damit stärken die Vereinigten Staaten zusätzlich zu der erhöhten Präsenz der NATO in Ost- und Südosteuropa auch ihre eigenen dortigen Positionen wieder. Im Rahmen der inzwischen in European Deterrence Initiative (EDI) unbenannten Kampagne werden nicht nur - mit deutscher Hilfe bei der Truppenverlegung - die OAR-Manöver von Estland bis Bulgarien durchgeführt. Es fließen auch Millionensummen in militärische Beratung, Ausbildung und Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte.[5] Darüber hinaus baut die US-Armee mit den Mitteln ihre eigene militärische Infrastruktur in Europa aus, so beispielsweise in Polen. Hinzu kommen Maßnahmen in Island, die der Kontrolle der strategisch wichtigen "GIUK-Lücke" dienen; bei der "Lücke" - "GIUK" steht für "Greenland, Iceland, United Kingdom" - handelt es sich um den Zugang zum Atlantik von Nordosten her, den die bei Murmansk stationierte russische Nordflotte nutzen könnte.[6] Neben der Infrastruktur werden auch über Europa verstreut Lager von Militärgerät und Munition aufgebaut, auf die die US-Armee im Ernstfall direkt zurückgreifen kann ("Army Prepositioned Stock"). Ein guter Teil davon befindet sich in Deutschland (german-foreign-policy.com berichtete [7]).

    Milliardensummen

    Ihren Einfluss auf die militärischen Kräfteverhältnisse in Europa lassen sich die USA hohe Summen kosten. 2015 startete die EDI mit einem Budget von 985 Millionen US-Dollar. Schon zwei Jahre später, 2017 belief sich ihr Volumen auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg hielt ungebrochen bis 2019 an, als Washington 6.5 Milliarden US-Dollar für die EDI bereitstellte. Für 2020 sinkt der Betrag zum ersten Mal leicht - auf 5,9 Milliarden US-Dollar.[8] Damit haben die Vereinigten Staaten das Fundament für den erneuten Ausbau ihrer umfassenden militärischen Präsenz in Europa gelegt, die nach dem Ende des Kalten Kriegs reduziert worden war. Ohne die tatkräftige Beihilfe der "Drehscheibe" Deutschland wäre das zumindest in diesem Umfang nicht möglich gewesen.


    [1] Konzeption der Bundeswehr

    [2] S. dazu Der Zwei-Prozent-Konflikt.

    [3] Claudia Haydt: Europäisches Mega-Militärmanöver mit starker deutscher Beteiligung. imi-online.de 02.10.2019.

    [4] S. dazu Im Aufmarschgebiet und Jubiläum mit Truppenbesuch.

    [5] Jen Judson: Funding to deter Russia reaches $6.5B in FY19defense budget request. defensenews.com 12.02.2018.

    [6] Aaron Mehta: European defense fund takes a 10 percent cut in new budget. militarytimes.com 12.03.2019.

    [7] S. dazu Vom Frontstaat zur Transitzone.

    [8] Jen Judson: Funding to deter Russia reaches $6.5B in FY19defense budget request. defensenews.com 12.02.2018. Aaron Mehta: European defense fund takes a 10 percent cut in new budget. militarytimes.com 12.03.2019.

  • Lieber Bernd, was ich noch sagen wollte: Danke nochmals für den ausgezeichneten Vortrag auf dem Friedensforum am 14.10, in Bergholz-Rehbrücke. Kann man den übrigens auch irgendwo im Netz finden? Wäre m.E. auch gut zu gebrauchen als Werbung für Deine Friedensforen. Mögliche Interessierte können sich so vorab einen Eindruck verschaffen. Natürlich kann das Anschauen am Bildschirm nicht die persönliche Teilnahme ersetzen, da kommt ja noch viel mehr rüber als am Bildschirm. Alleine schon die Diskussion danach.

    Deinen wirklich (leider immer noch oder schon wieder) hochaktuellen Brecht-Text habe ich hier mal in meine Evernote-Notizen reingenommen, da kann sich den jeder runterleden.

  • Flyer Truppentransporte der Nato beeinträchtigen und gefährden unser Leben

    Auf der Grundlage eines Flyers der Berliner Friko haben wir eine eigene Aufstehen-Potsdam-Version erstellt, die ab sofort ausgedruckt und vorzugsweise an Bahnhöfen an Fahrgäste verteilt oder an Infoschaltern der Bahn oder in Bahnhofkiosken usw. ausgelegt werden kann.


    Tipp: für den Ausdruck am Kopierer nimmt man am besten im Druckfenster das standardmäßig gesetzte Häkchen bei „zentriert“ raus. Dann hat man nur eine einzige Schneidelinie, sonst zwei (oben und unten).

    Der Flyer ist übrigens auch unter Material zu finden (s. Link im Titel).

    karte_bahnprotest_Tauben.pdf

  • Lieber Bernd, was ich noch sagen wollte: Danke nochmals für den ausgezeichneten Vortrag auf dem Friedensforum am 14.10, in Bergholz-Rehbrücke. Kann man den übrigens auch irgendwo im Netz finden? Wäre m.E. auch gut zu gebrauchen als Werbung für Deine Friedensforen. Mögliche Interessierte können sich so vorab einen Eindruck verschaffen. Natürlich kann das Anschauen am Bildschirm nicht die persönliche Teilnahme ersetzen, da kommt ja noch viel mehr rüber als am Bildschirm. Alleine schon die Diskussion danach.

    Deinen wirklich (leider immer noch oder schon wieder) hochaktuellen Brecht-Text habe ich hier mal in meine Evernote-Notizen reingenommen, da kann sich den jeder runterleden.

    Lieber Adi, ich danke Dir für Deinen Kommentar. Im Netz steht mein Vortrag nicht, wüsste auch rein technisch nicht, wie das umzusetzen wäre.

  • Lieber Ray, liebe Alle,


    dieses Thema habe ich eben in den öffentlichen Bereich der Landesgruppe geschoben, da uns dies wohl beschäftigen wird.


    Die Bundestagsfraktion DIE LINKE hat im Oktober den „Abzug der US-Soldaten aus Deutschland“ beantragt.

    Ausführliches, Reaktionen darauf aus Ministerien und Parteien und Kritisches findet man u.a. hier: https://www.rubikon.news/artikel/nato-raus

    Nun ist es sicher erst einmal "erfreulich, dass die Linksfraktion den Abzug beantragt und damit "zum ersten Mal im Deutschen Bundestag der „Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik“, auch Truppenstationierungsvertrag genannt, und dessen Kündigungsmöglichkeit in die Debatte eingebracht wird."

    "Luftpost Kaiserslautern" fragt jedoch nach umfangreicher Auseinandersetzung mit dem Antrag abschließend, "warum DIE LINKE und ihre Bundestagsfraktion immer noch davor zurückschrecken, den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO zu fordern, der logischerweise auf die Kündigung des Truppenstationierungsvertrages folgen müsste?"

    https://www.luftpost-kl.de/luf…/LP_19/LP12919_081119.pdf


    Diese Frage möchte ich auch hier aufwerfen, denn nicht nur die Linksfraktion scheint vor einer solchen Forderung zurück zu schrecken. Gibt es triftige Gründe für die Bundesrepublik, in der NATO zu bleiben?


    Und bezogen auf unser Vorhaben/ unsere Stellungnahme zur der angesprochenen Großübung der NATO und entsprechende Truppentransporte Richtung Osten: Was sollten unsere Forderungen sein und wie können wir sie deutlich darstellen?



  • Solange die wirtschaftliche Konkurrenz von Oligarchen, Tycoonen und Magnaten (Industrielle, Adelige oder Gutsbesitzer) global besteht, wird es deren Miltärbündnisse geben zur Durchsetzung ihrer Interessen und profitablen Beschäftigung ihres militärisch-industriellen Komplexes.

    Unsere Beschäftigung mit der NATO könnte also nur eine wenn auch wichtige Randbeschäftigung sein.

    Dann ebenso wichtig wie aufklärend fände ich die kritische Auseinandersetzung mit der europäischen Rüstungsexplosion (2%), europäischen Armee und den bereits fortgeschrittenen Projekten der PESCO.

    Alles in allem war und ist dies ja nur möglich durch die erfolgreiche populistische Beeinflussung "unserer" Demokratie.

    Ich sehe >unsere wesentliche Aufstehen-Aufgabe in der eingreifenden Beeinflussung (nicht Verbiegung, sondern Heilung) unserer Demokratie.

    Und dies durch Bündelung aller linken Kräfte. Dabei kommt es auf ein breites Bündnis an. Eine Diffusierung gar Spaltung oder Angreifbarmachung durch Randansichten sehe ich nicht für sehr förderlich.

    Ja, NATO nein, aber das geht nur demokratiepolitisch, indem wir die Menschen mitnehmen.


    Ich sehe dabei auch die dringende Auseinandersetzung mit der Garnisonkirche (wäre eigenes Thema), dort beginnt die NATO.


    Nebenbei ist es auch die Frage, ob die Linken nicht einen Sieg im Sinne der europäischen Oligarchen erringen als Startschuß für einen nur weiteren eigenständigen Rüstungskomplex EUTO. Ich glaube nicht, daß sich die NATO durch Austritte auflöst. Aber das nur als Randmeinung.


    Demos und Austritts-Debatten ja, aber vordringlich, um die Menschen aufzuklären. Die reaktionäre konservative Macht wird solche Demos immer wieder populistisch in die gegenteilige Wirkung verdrehen (Randale, Extremismustheorie etc.) und nebenbei die Protagonisten ausspähen.

  • Liebe Susanne,


    ob es triftige Gründe für den Verbleib der Bundesrepublik in der NATO gibt, ist für mich eigentlich nicht einfach (komplex) kurz zu beantworten, zumal sich schon viele kluge Gehirne damit beschäftigt haben.

    Grundsätzlich könnte man vielleicht sagen, dass die NATO über viele Jahre Zeit hatte, nachzuweisen, dass sie dem reinen Verteidigungs-Zweck dient – hat die NATO aber nicht, was alle wissen.

    Mir fällt kein Grund ein, warum Deutschland noch in der NATO verbleiben müsste.

    Für die NATO ist es absolut sinnlos Russland mit seinen vielen Atombomben anzugreifen. Die Großübung abzublasen, würde natürlich viel Geld sparen. Warum macht die NATO ihre Übung beispielsweise nicht in Spanien?

    So eine Übung dürfte auf gar keinen Fall in einem Land, dass eine gemeinsame Grenze mit Russland (bei Polen angefangen) hat, stattfinden. Es kann immer zu einer Verkettung von dummen Zufällen kommen.

    Zeichen (medial) könnte man setzen, in dem man mal geschickt die Autobahn blockiert (Clans machen das bei Hochzeiten regelmäßig), auch wenn es nur kurzzeitig wäre.


    Beste Grüße

    Ray

  • Diese Frage möchte ich auch hier aufwerfen, denn nicht nur die Linksfraktion scheint vor einer solchen Forderung zurück zu schrecken. Gibt es triftige Gründe für die Bundesrepublik, in der NATO zu bleiben?

    Danke, liebe Susanne, für diesen wertvollen Hinweis auf den Antrag der Linksfraktion im Bundestag.

    Ich sehe allerdings nach Durchlesen des verlinkten Rubikon-Artikels nicht, dass die Linksfraktion vor der Forderung „NATO raus — raus aus der NATO“ zurückschreckt. Im Gegenteil wird sie in allen Antworten von Linken-Politikern ausdrücklich "vollumfänglich" unterstützt.


    Wie die Reaktionen der meisten anderen Parteien zeigen, hat die Forderung allerdings derzeit keine Chance auf Durchsetzung. Die Nicht-Reaktion der Grünen bestätigt was schon länger bekannt ist, nämlich dass sie keine entschiedene Friedenspartei mehr sind, aber das Schweigen kann man vielleicht auch als Zeichen der Scham oder jedenfalls der Unsicherheit deuten. Die beiden Antworten aus der AFD halte ich für atypische Ausreißer.


    Was vielleicht realistischere Aussichten auf eine mittelfristige Mehrheit im Bundestag hätte, wäre ein mehrstufiges Vorgehen: zuerst die Forderung, dass innerhalb der NATO und EU an die Stelle von Aufrüstung als Sicherheitsstrategie eine aktive Entspannungspolitik mit systematisch geförderter Zusammenarbeit in Wirtschaft und Kultur mit den angeblichen Bedrohungsländern Russland und China (Städtepartnerschaften, Schüleraustausch, Vereinspartnerschaften, ...) gesetzt wird. Wir könnnen da mit dem Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft nach dem Krieg und mit der Ost-West-Entspannungspolitik von Willy Brandt bis Gorbatschow auf erfolgreiche Erfahrungen verweisen. Wichtig; nicht nur Abrüstung fordern, sondern an die Stelle von noch mehr Rüstung etwas anderes setzen, das den Frieden absichert. Denn den wollen (fas) alle. Die Meisten glauben derzeit nur, dass wir dafür auf Überlegenheit setzen sollten.

    Parallel dazu in einem weiteren Schritt die Forderung nach Abrüstung auf ein Niveau von zunächst 1% am BSP in allen NATO-Staaten einschl. USA (und parallel auch in Russland und China) und parallel dazu der Einstieg in eine globale atomare Abrüstung über den Atomwaffenverbotsvertrag. Für all dies könnte sich Deutschland auch innerhalb der NATO einsetzen, wahrscheinlich sogar mit höherem Wirkungsgrad als von außen.


    Zugegeben, dahin kommen wir auch nicht von heute auf morgen. Aber seit ich die noch vor einem Jahr für völlig illusorisch gehaltenen Erfolge von Gretas FFF in Medien, Wissenschaft und Öffentlichkeit sehe, glaube ich wieder etwas mehr daran, dass die Verhältnisse gar nicht so starr sind wie es uns manchmal erscheint, sondern sich sehr schnell ändern können, wenn man nur den richtigen Henkel zum Anpacken findet. Und warum nicht nur in Richtung Klimaschutz, sondern auch in Richtung Frieden, Entspannung und Zusammenarbeit zwischen den Völkern (und Richtung soziale Gerechtigkeit - doch das ist ein eigenes Thema? )

  • Liebe Friedliebende,

    von Jochen Mitschka, habe ich eben eine schöne "Anleitung" gelesen, wie eine neue, einige Friedensbewegung (würde ich in diesem Fall als Steigerungsform zu "gebündelte linke Kräfte" sehen lieber Ludwig) Veränderungen bewirken kann (letztes Drittel a) bis f)).

    https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-deutschland-muss-wieder-mehr-verantwortung-uebernehmen/

    In einem Nebensatz, lieber Adi, wird auf die Verbrechen durch Kriege und ebenfalls totbringende Sanktionen der NATO hingewiesen. Was braucht es mehr als das, um einen Austritt zu fordern?

    Warum genau, Adi (ich möchte es nur verstehen) wäre der Wirkungsgrad innerhalb der NATO größer sich für 1% des BIPs für Rüstung einzusetzen? Von dort stammt doch die Aufforderung zur Steigerung? Die offenbar schon Richtung 4% geht.

    Bitte lest den (ganzen) Artikel selbst, mein Kaffe ist eben ausgetrunken und die Arbeit ruft ;)

    Bitte überlest dabei nicht den megawichtigen Hinweis auf die "Akzeptanz" bzw. Einhegung des "erlaubten Dissens" in Foren und Netzwerken. "Wer sich hier aufregt und äußert, wer hier viel Zeit mit Recherchen und Nachweisen verbringt, der geht eben nicht auf die Straße, und die Gesellschaft sieht gar nicht, dass es einen Dissens in der Gesellschaft gibt." Wir halten es am besten noch ein bisschen mit Bernd Lachmann "erst bilden und dann Aktionen", aber irgendwann müssen wir raus, damit wir nicht "zum dritten Mal auf der Verliererseite sein werden." (... Es wird dann nur noch diese Seite geben?!)

  • also bei KenFm und Menschenfreunden bin ich immer etwas entnervt

    a - ohne Weltanschauung geht nichts

    b - Soldaten sind Mörder

    c - Abgeschreckte sind keine Atheisten

    d - alternative Medien gibt es nicht

    e - Parlamentsarmee

    f - Piraten kennen keine Gesellschaftsmodelle

    sag ich jetzt mal einfach so!


    Friedensbewegung

    a - kann definitiv nur sozialistisch sein

    b - muß zunehmend aggressive Verwendung der sog.Bundeswehr radikal ablehnen

    c - muß friedliebende Gläubige konsequent einbinden

    d - muß Medien eines Besseren belehren

    e - muß Parlament demokratisch gewinnen

    f - wird durch Offenheit bei a-e überzeugen


    Jede verquere Auslegung und Verwaschung von Friedensbewegung geht nicht nur im Mainstream, sondern auch bei den Menschen m.E. nach hinten los.


    Greta hat beim Klima die Weltanschauung vergessen. Nun kommt der GreenNewDeal unter unveränderten kapitalistischen Verhältnissen. Frieden können wir nur demokratisch sozialistisch erreichen. Auch ein Blick zu Bernie und Tulsi helfen uns vielleicht - ein Gedanke.

  • Aus Anlass der kommenden Manöver im Osten Europas und zum besseren Verständnis der Sorgen, die mit der imperialen Gewalt der USA wachsen, erinnern die Nachdenkseiten an den Brief eines tschechischen Oberstleutnants. Er durchschaute die imperiale Strategie der USA und gab seine Natoorden zurück.

    Hallo Adi,

    hatte den Brief gerade unter Material eingestellt. Da hatte ich Deinen Kommentar noch nicht gelesen, aber doppelt hält besser.

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