Ausführlicher Bericht - Potsdamer Ostermarsch

  • Inzwischen war der Berliner Ostermarsch. Mindestens drei von uns aus OHV haben daran teilgenommen. (Melanie hat uns fotografiert und stellt vielleicht hier noch ein Bild ein.)


    Zum Berliner Ostermarsch kamen zu Wenige. Da gibt es nichts schön zu reden.

    Doch darüber hinaus ist auch die ungenügend konkrete politische Ausrichtung zu kritisieren. Dazu habe ich u. a. auf meinem Blog geschrieben:

    https://opablog.net/2019/04/22…eine-rednerin-gesagt-hat/


    "Nur vordergründig ist das Enttäuschung darüber, dass so Wenige kommen. Es ist auch Verärgerung darüber, dass diejenigen, die auf der Kundgebung reden „Zuspitzung vermeiden“. Was meine ich damit?

    Böse und direkt gesagt: Sie sind Friedenswünscher, die konkrete, zielgenaue politische Forderungen vermeiden. Sie reden Friedensworte, die schon längst, wie sie selbst sagen, „Asche in ihren Mündern“ sind. Ist es befriedigend, sich mit einem solchen friedenswünschenden Ritual zu begnügen? Und ist diese Genügsamkeit Zufall?

    Nein, es ist kein Zufall! Sie, etablierte Friedensbewegte, wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, den notwendigen politischen Stoß auszuführen. Welchen politischen Stoß? Das erläutert Fee Strieffler von „Luftpost – Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein“:"


    Fee Strieffler bringt es auf den Punkt, worum es genau geht:

    Will man eine in der Sache korrekte Forderung stellen, die den vertraglichen Möglichkeiten entspricht, dann muss es heißen :

    NATO raus aus Deutschland – Deutschland raus aus der NATO

    Selbst bei einem Austritt Deutschlands aus der NATO…. wären die US-Truppen immer noch in Deutschland! Es wäre nichts gewonnen.

    Die haben einen von der NATO unabhängigen, einen separaten Stationierungsvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland.

    Step 1: Stationierungsvertrag kündigen. Kann von jedem Vertragspartner gekündigt werden. Kündigungsfrist 2 Jahre.

    Step 2: Austritt aus der NATO erklären. Kann jedes Mitglied der NATO schriftlich der NATO mitteilen.

    ... Wer die US- Truppen daran hindern will, weiter über ihre Basen in Deutschland IHRE Kriege zu führen, hat nur diese Möglichkeit.

    Raus aus der NATO …… nutzt für Deutschland gar nichts. ...

    Denn Deutschland hat einen separaten Stationierungsvertrag mit den USA. ...

    Sehr viele Leute verstehen die Logik DIESER Forderung. Denn: Beide Forderungen sind laut den Verträgen möglich und umsetzbar.

    Alles andere ist leider nur Zeit- und Energieverschwendung. Überlegt doch bitte noch mal. Danke.

  • Aus der RG Brandenburg an der Havel waren wir mit 3 "Delegierten" mit dabei. Ich hätte mir insgesamt auch eine höherer Teilnehmerzahl gewünscht.

    Aber auch wir hätten mehr sein können, doch bei manchen AUFGESTANDENEN fehlt noch der letzte Impuls zur BEWEGUNG!

    Ich schließe hierbei aber selbstverständlich unsere älteren Mitstreiter aus, denen es teilweise körperlich nicht möglich ist, an solchen Aktionen teilzunehmen. Dafür sind sie uns mit ihrer Lebenserfahrung eine Bereicherung.


    Nun heißt es zum 1. MAI unsere AUFSTEHEN-Symbole sichtbar auf der Straße zu zeigen und mit Flyern und persönlichen Gesprächen für Mitglieder-Zuwachs in unseren Gruppen zu sorgen.

  • "Nur vordergründig ist das Enttäuschung darüber, dass so Wenige kommen. Es ist auch Verärgerung darüber, dass diejenigen, die auf der Kundgebung reden „Zuspitzung vermeiden“.

    Nur "Frieden für diese Welt" zu fordern, das reicht natürlich nicht. Damit würde man weder etwas erreichen, noch viele hinter dem Ofen hervorlocken. Das täte keinem weh.


    In Potsdam haben wir unter anderem "Frieden statt Nato" gefordert. Der Slogan war weitergehender, als die der meisten Ostermärsche in 2019. Dennoch haben sich nicht viele Leute an dem Marsch beteiligt. Ich vermute mal, wenn wir konkreter gefordert hätten, die Stationierungsvertäge zu kündigen (wäre völlig richtig gewesen), wäre die Demonstration kaum größer gewesen.


    Bis zu einem Nato-Austritt ist es noch ein sehr weiter Weg, bis zur Kündigung der Stationierungsverträge noch weiter. Ich wäre schon froh, wenn wir die Stationierung von weiteren Atomwaffen und eine weitere Ausdehnung der Nato nach Osten verhindern könnten.


    Ein Nato-Austritt ohne die Kündigung der Stationierungsverträge wäre auch schon ein Gewinn: Die Beistandsverpflichtung Deutschlands würde nämlich entfallen, wenn z.B. die Türkei meint, angegriffen worden zu sein.


    Ich glaube, die geringe, allerdings seit einigen Jahren leicht zunehmende Zahl der Ostermarschteilnehmer liegt darin begründet, dass viele Russland tatächlich für gefährlich halten, andere die Kriegsgefahr nicht an sich heranlassen wollen und widerum andere die politische Wirkung einer Teilnahme an den Ostermärschen bezweifeln.

  • Asche im Mund...

    Wir sollten die Leute erst mal hinterm Ofen vorlocken und nicht mit der Tür ins Haus fallen.

    Es ist genau diese (Filter-)Blase des zweiten Schrittes (der noch gar keine materielle Gewalt hat), die so viele verschreckt.

    Wer kennt denn schon Aufstehen oder weiß mehr, als daß der Sozialismus böse war oder die NATO evtl. doch uns die Bananen sichert.

    Sowas wie "Frieden statt Nato" tippt die Richtung gut an. Gespräche mit Rußland sollten immer wieder eingefordert werden und wir sollten nie per se Landesnamen wie USA usw. verurteilen, sondern deren kluge fortschrittliche Menschen und Bewegungen ausfindig machen und mit denen zusammen wirken.

    Weniger Kritik an Schlechtem, mehr Lob an Gutem.

  • Die Leute kommen hinter dem Ofen vor, wenn die Not groß genug ist oder sie es so empfinden und/oder wenn sie Angst haben. (Leute = Masse)

    Also kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an und wie dann die Kräfte gelenkt werden. Sind die Menschen bereit für eine offene Gesellschaft oder brauchen sie ein Narrativ,einen Gott oder einen Stern, eine Ideologie an welcher sie sich orientieren können, es gibt noch genügen offene Fragen.

    Wie früher auf den Messias gewartet wurde, warten heute viele auf Frau Wagenknecht oder den Trägerverein also so lange das ist, versuche ich keinen zu locken. Sie müssen selber bereit sein Verantwortung für sich und ihre Nachbarn und ihre Umwelt zu übernehmen, sonst werden die Marionetten ausgetauscht und es geht weiter wie gehabt.:/

    Der Weise ist friedliebend, aber er kennt keine Kompromisse. Der gewöhnliche Mensch macht Kompromisse, aber ist nie friedliebend.


    Konfuzius


    (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph

  • Ich begrüße es, wenn anlässlich der Ostermärsche unser Gedankenaustausch über die richtigen und wirksamen Wege und Formen unseres öffentlichen Auftretens in Gang kommt.


    - Die größere oder geringere Teilnahme an solchen Aktionen wie den Ostermärschen ist, meine ich, nur in geringem Maße von unseren Losungen abhängig. Auf solchen Entschluss wirken viele Faktoren ein, und wir können diese nur gering beeinflussen. Es geht um das vorhandene Niveau der Spontaneität und wie es beeinflusst werden kann. Ein eigenes Thema. Dabei habe ich im Hinterkopf: Die AfD verwendet Taktiken, die ein gewisses Maß von Spontaneität freisetzen.


    - Unsere Losungen müssen den Gipfelpunkt oder (derzeitige) Endpunkt unserer politischen Erkenntnis zum Ausdruck bringen. In diesem Sinne also "die Wahrheit" und nicht eine "Halbwahrheit" oder einen "Schritt in die richtige Richtung". Wir sollten uns zwar in der Kunst üben, die Wahrheit verständlich zu machen, wir können aber nicht vermeiden, dass sie dem Partner Mut abverlangt. Man sollte auch nicht unterschätzen, dass Leute (besonders junge) sich auch gern mal zumindest gedanklich auf Alternativen einlassen wollen.


    - Die Losungen sollten möglichst nicht für sich allein stehen bleiben. Sie verlangen nach Erläuterung, nach begleitenden Infos und Diskussionen. Können wir dafür attraktive niedrigschwellige Angebte machen?


    - Wir sollten im Auge haben, dass diffuse Losungen, solche, die nur eine ungefähre Richtung angeben (am Ende aber zahm in einer Sackgasse verbleiben) vielfältig und in andere Richtungen ausgenutzt und "gedreht" werden können. An diffuse Friedenswünsche und Russlandsympathien knüpft z. B. die AfD an, was sie nicht hindert, die Stärkung der Bundeswehr zu fordern.


    - Die ganze NATO-, Truppenstationierung- und EU-Problematik ist sehr komplex. Auch die von mir zitierte Position von Fee Strieffler bedarf wohl der Vertiefung. Dazu scheint mir sowohl dieser Artikel von Thierry Meyssan wichtig:

    https://www.voltairenet.org/article206288.html

    als auch ein kommentar, der auf meinem Blog eingegangen ist:

    https://opablog.net/2019/04/22…esagt-hat/#comment-136747

    Und hier noch einmal eine konkrete Detailargumentation zu Ostermarsch-Syrien:

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25836


    Ich meine, dass wir den Meinungsaustausch zu Grundfragen bei "aufstehen" brauchen. Der ist nicht durch Hinweise auf den Gründungsappell zu ersetzen und auch nicht durch praktische Straßenaktionen.

    Er sollte in unserem neu zu profilierenden Forum eine große Rolle spielen.

  • Aus gegebenem Anlass möchte ich meine obigen Anmerkungen zum Ostermarsch ergänzen:

    Völlig außer Frage steht natürlich, dass ich bereit bin, mit Vertretern der von mir kritisierten Positionen zu diskutieren; auch hier im Forum. Die mehr gefühlte und wenig politisch konkretisierte NO-NATO-Position ist doch eine Position von Menschen, die ihre Ablehnung der expansiven, kriegstreibenden NATO-Politik zum Ausdruck bringen wollen.


    Davon unterscheide ich grundsätzlich eine Position, die in der einen oder anderen Form die NATO als Schutzschild gegen eine angeblich aggressive Politik Russlands befürwortet. Das ist die Position der Bundesregierung, die - als letzten Gag neuen deutschen Größenwahns - den Bau eines deutsch-französischen Flugzeugträgers befürwortet.


    Gegen diese Politik gilt es aufzustehen. Dagegen bin ich aufgestanden, wie ich hoffe: Nicht als einsamer Rufer!


    Ich bin dagegen, dass diese verantwortungslose und kriegstreibende Politik hier im Forum vertreten wird. Ich verlange und verstehe so meinen Auftrag als Admin, dass Gastäußerungen mit dieser Position auf unserer Webseite keinen Platz erhalten.

    Komplizierter würde es sein, wenn Leute, die als Mitglieder von aufstehen gelten sollten, ebendiese Position vertreten würden. Als Mitglieder und solange sie es sind, können sie hier im Forum frei schreiben.

    Ich werde dann hier öffentlich den entschiedensten Kampf gegen solche Auffassungen führen in der Erwartung, dass die Aufständischen sich weder von rechts -AfD, noch vom großen Rechts - BRD-Kriegspolitik vor den Karren spannen lassen.

  • Wenn Bürger dieses Landes die Politik Russlands für aggressiv halten, dann liegt das an der Wirkung der Propaganda. Ich sehe u.a. meine Aufgabe darin Propaganda zu entkräften und die Ansichten, die ich für zutreffend halte zu unterstützen. Aber es ist meiner Meinung nach gut wenn Menschen diskutieren, auch wenn das manchmal nicht wunschgemäß verläuft. Was wir für Propaganda halten und was wir als bestätigt und wahrhaftig ansehen müssen wir ja jeder selbst entscheiden. Danke Klaus Peter für die umfangreichen Beiträge.

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